Mid-week musings plus a Caol Ila and a good old Highland Park

Dear whisky friend,

Hello to another Wednesday in these difficult times. And because things for some are not that easy let me offer a few encouraging words. Like everyone else, I think about what will happen after we are ‘set free’, after the corona virus quarantine. Time that will probably go down in human history as the time that changed people. At least, that’s what I see when I look at what’s going on around me — I assume that there won’t be a return to the old ways. The majority of the population in my area is not affected by the virus, possibly because of the good handling of the situation but has nevertheless changed due to the quarantine blocking contacts and direct interaction.

It is no longer about going higher, faster, farther; the focus is now back on the person. We now call old friends who we haven’t spoken to in a long time and ask about their lives. We do things now that we had postponed forever with the excuse that we had no time. We reactivate our neglected hobbies now because, before corona, there was hardly any time for that.

At the beginning of the quarantine, it was difficult to adapt, to find ways to ‘kill time’ but as we are highly adapting organisms, we build in more and more structure in our daily routines as we go. I think I can safely say that many people have changed their way of thinking, their consciousness. The constant need to go about our work and do our tasks has meanwhile given way to a certain ‘relaxation’, money is suddenly no longer the most important thing, at least for those who are not in dire straits due to the situation. The excessive consumption, which we have not noticed as such, no longer brings satisfaction. Our ego is no longer stroked by the newest car we bought to show our fellow human beings that we are doing better than them. The definition of success has shifted. It has shifted in such a direction that, and I am sure, even after Corona, people will appreciate people more than ever again. That is a very joyful aspect and it should encourage you – courage that we all need now and in the aftermath.

That was it for today straight from the thoughts of a small whisky dealer. And if we are on cue, there is still whisky to follow. I only have two bottlings today and only a few bottles of each one but I like them both very much myself.

 

https://whisky.lu/product/caol-ila-2010-small-batch-edition-7-signatory/

A Caol Ila, small batch, from five barrels, two of them refill sherry butt and three refill hogsheads. A gentle, yet extremely full whisky, where voluminous smoke meets light sherry.

 

https://whisky.lu/product/highland-park-2004-dimensions-series-duncan-taylor/

Anyone who had known me for a while, knows that I personally do not necessarily agree with the development of Highland Park. Collector series (S.O.S. (style over substance)), NAS whiskies. But this dram is HP twenty years ago. Strong and confident, yet not impetuous. And with Duncan Taylor, I am introducing an independent bottler that we will most likely meet more often in the near future.

Sláinte!

Stephan


Liebe Whiskyfreund,

Ein weiterer Mittwoch in einer nicht ganz einfachen Zeit. Und gerade weil es nicht so einfach ist, tun ein paar aufmunternde Worte gut. Wie jeder andere auch, mache ich mir so meine Gedanken was danach passiert. Nach der Zeit des Coronavirus. Einer Zeit, die in die Geschichtsbücher der Menschheit eingehen und die Menschen ein wenig verändern wird. So würde ich es mir wenigstens wünschen und wenn ich schaue, was so um mich herum passiert, dann gehe ich davon aus, dass es ein Zurück in die Zeit vor dem Virus nicht geben wird. Der überwiegende Teil der Bevölkerung in meinem Umfeld ist, nicht zuletzt durch den besonnenen Umgang der Politik mit der Situation, gesundheitlich nicht vom Virus betroffen, hat sich aber doch durch Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkungen verändert.

Es dreht sich nicht mehr alles um höher, schneller, weiter, sondern der Mensch als er selbst, rückt wieder in den Mittelpunkt. Man ruft alte Freunde an, die man schon lange nicht mehr gesprochen hat und erkundigt sich nach deren Befinden. Dinge, die man schon ewig mit der Ausrede, man habe ja keine Zeit, vor sich hergeschoben hat, werden erledigt. Ein vernachlässigtes Hobby wird reaktiviert, denn da hat man ja bis Corona auch kaum noch Zeit für gefunden.

War es am Anfang der Maßnahmen noch der verzweifelte Versuch irgendwie die Zeit totzuschlagen, so kommt doch langsam immer mehr Struktur in den entschleunigten Tagesablauf. Ich meine feststellen zu können, dass viele Menschen ein verändertes Bewusstsein bekommen haben. Dieses ständige ich muss aber noch unbedingt dieses und jenes ist mittlerweile einer gewissen Entspannung gewichen, Geld ist für diejenigen, die nicht situationsbedingt in arge Bedrängnis geraten sind, auf einmal nicht mehr das wichtigste. Der übermäßige Konsum, der uns als solcher schon gar nicht mehr aufgefallen ist, bringt nicht mehr die Befriedigung. Unser Ego produziert sich nicht mehr durch das neuste Auto, mit dem wir protzend unseren Mitmenschen zeigen, dass wir besser als sie sind. Die Definition von Erfolg hat sich verschoben. Sie hat sich verschoben in eine Richtung, die, und da bin ich mir sicher, auch nach Corona, den Menschen wieder mehr als Menschen wertschätzen wird. Das ist doch ein sehr freudiger Aspekt und er sollte Mut machen. Mut, den wir in der Zeit danach brauchen.

Das war es auch wieder aus den Gedankengängen eines kleinen Whiskyhändlers. Und wo wir da beim Stichwort wären, Whisky gibt es auch noch. Ich habe heute nur zwei Abfüllungen und von diesen auch nur einige Flaschen, aber beide gefallen mir selbst sehr gut.

 

https://whisky.lu/product/caol-ila-2010-small-batch-edition-7-signatory/

Ein Caol Ila, Small Batch, aus fünf Fässern, davon zwei Refill Sherry Butt und drei Refill Hogsheads. Ein sanfter, aber dennoch ungemein voller Whisky, bei dem voluminöser Rauch auf leichten Sherry trifft.

 

https://whisky.lu/product/highland-park-2004-dimensions-series-duncan-taylor/

Wer mich länger kennt, der weiß, dass ich persönlich nicht unbedingt mit der Entwicklung von Highland Park einverstanden bin. Sammlerserien ( S.O.S. (style over substance)), NAS-Whiskys. Dieser ist aber wie ein HP vor zwanzig Jahren. Kräftig und selbstbewusst, aber nicht ungestüm. Und mit Duncan Taylor stelle ich einen unabhängigen Abfüller vor, dem wir in nächster Zeit höchstwahrscheinlich öfter begegnen.

Sláinte!
Stephan